AR.Drone von Parrot - Produktvorschau
Das Fliegen von so genannten Quadcoptern, Schwebeplattformen mit 4 Rotoren, war bisher dem klassischen Modellbau vorbehalten und im Normalfall mit hohen Einstiegskosten verbunden. Seit kurzem gibt es vom Hersteller Parrot einen Quadcopter AR.Drone nach einem völlig neuen Konzept, der bei entsprechend positivem Feedback der ersten Anwender zum Quadcopter-Trend 2010/2011 avancieren könnte. Gesteuert wird die Drone derzeit über einen Ipod Touch oder ein IPhone.
Für den Preis von 299 € ist die AR.Drone angesichts der im Folgenden beschriebenen Features auf jeden Fall als absoluter Preisknüller zu bezeichnen.
Anmerkung: Im Gegensatz zu den restlichen Berichten dieser Rubrik handelt es sich hier um keinen Testbericht, sondern um eine Produktvorschau auf Basis von durch den Hersteller verfügbaren Informationen! Eine Verifikation der versprochenen Leistungen hat mangels Testmöglichkeit durch uns noch nicht stattgefunden. Hast du hierzu ggf. Informationen, die du beitragen möchtest? Dann melde dich doch bei uns im Forum an!
Fernsteuern per IPhone
Eine der Neuerungen, mit denen der Hersteller vollkommen neue Wege beschreitet, ist die Art der Steuerung. Während bei den bisherigen Quadcoptern eine konventionelle Fernsteuerung setzt, kommt die AR.Drone ohne Fernsteuerung, dafür aber mit einem WLan-Modul daher. Wie wird nun gesteuert? Über eine App, die sich kostenlos auf ein bereits vorhandenes IPhone oder einen Ipod Touch der Firma Apple installieren lässt, wird die Drohne gesteuert. Hierbei macht es sich der Hersteller zu Nutze, dass IPhone & Co. über Beschleunigungssensoren verfügt, die Kipp- und Neigebewegungen des Geräts erfassen. Wenn der Pilot das Kontrollgerät neigt, steuert er den Vorwärts- oder Rückwärtsflug, über Kippbewegungen wird ein Flugrichtungswechsel eingeleitet. Über zusätzliche Buttons im Display kann die Höhe verändert werden sowie ein Seitwärtsflug eingeleitet werden. Ähnlich wie bei für das IPhone oder den Ipod Touch verfügbaren Spiele-Apps ist so eine sehr intuitive Steuerung zu erwarten.
Übertragen werden die Steuerkommandos per WLan - die Reichweite beträgt laut Anleitung von Parrot ca. 50 Meter. Die Reichweite ist damit natürlich geringer als bei einer "echten" Modellbaufernsteuerung, sollte jedoch für die meisten Flugmanöver ausreichen. Und wie weiter unten beschrieben, eine Überschreitung der Reichweite ist nicht weiter problematisch. Neben der Steuerung über Apple-Geräte soll in den nächsten Monaten die Unterstützung für weitere Geräte entwickelt werden.
Hilfe Fluganfänger! Kein Problem - die Automatik übernimmt
Ähnlich wie bei im klassischen Modellbau verfügbaren Quadcoptern verfügt die AR.Drone über Gyroskope auf allen Achsen, um eine chipgesteuerte Lagekontrolle und -Stabilisierung zu ermöglichen. Hinzu kommen jedoch weitere Sensoren, die das Fliegen auch für blutige Anfänger zum Kinderspiel machen dürften. Über einen Ultraschall-Höhensensor kann die Höhe über Grund bis zu 6 m Höhe genau gemessen werden, über eine vertikal nach unten gerichtete Kamera wird die Horizontaldrift selbst bei leichtem Wind zuverlässig gemessen. Auf diese Weise kann die AR.Drone im Automatikmodus stabil auf der Stelle positioniert werden - ein Feature, das sonst meist mit aufwändiger und teurer GPS-Technik erreicht wird.
Bedingt durch die vielfältige Vermessung der Umgebungsparameter der AR.Drone ist es dem Piloten jederzeit möglich, den Quadcopter in einen Automatikmodus zu versetzen, der das Gerät an einer Stelle festhält. Zur Landung genügt es, über die Landestelle zu schweben und den Landebutton auf dem IPhone zu drücken - die Automatik erledigt den Rest. Zum Tragen kommt der Automatikmodus auch, wenn die WLan-Verbindung aus irgend einem Grund abbrechen sollte, oder im Fall der Steuerung über ein IPhone, wenn ein Telefonat eingeht. Schließlich ist der Controller in erster Linie immer noch ein Telefon, so dass der Hersteller dieser Funktion Priorität einräumt - so lange man das Telefonat nicht abweist, geht die Drohne automatisch in den Schwebeflug über. Befindet sich die Drohne beim Übergang in den Automatikmodus in einer Höhe von mehr als 6 Meter (und damit außerhalb der Reichweite des Ultraschall-Sensors), so wird automatisch ein langsamer Sinkflug eingeleitet, bis die Höhe von 6 Meter und damit der Scannerkontakt zum Boden hergestellt ist - ein perfektes Feature gegen das "Entfliegen" der Drohne bei Verlust der Funkverbindung, falls man doch einmal außerhalb der Reichweite gerät.
Neben diesen Funktionen zur Unfallprävention kommt es dem Anfänger zu Gute, dass die AR.Drone aus hochstabilen Carbon-Strukturen gebaut ist, sowie dass für den Indoor-Betrieb ein EPP-Schutzgehäuse (ähnlich den Chassis von sonstigen auf dem Markt befindlichen Quadcoptern) beiliegt, das die gröbsten Stöße abfängt. Falls doch einmal Gefahr im Verzug sein sollte (Fliegen in Haar o.ä.) gibt es einen Not-Aus-Button auf dem Controller-Display, der unverzüglich alle Rotoren stoppt.
FPV - Fliegen aus Pilotensicht? Auch kein Problem!
Ein Trend der letzten Zeit im Modellbau ist sicherlich das so genannte FPV-Fliegen - First Person View - d.h. das Fliegen aus Pilotensicht. Oft werden 4stellige Summen in Ausrüstung mit Funkübertragung von Videobildern und Videobrillen gesteckt, um unter Einsatz von Quadcoptern oder aber Flugzeugen dieses besondere Fluggefühl erleben zu können.
In leicht abgespeckter Form bringt die AR.Drone dieses Fluggefühl out of the box mit. Neben der vertikal nach unten gerichteten Kamera, die auch für die Lageerkennung genutzt wird (siehe oben),verfügt Parrots Quadcopter über eine 2. Kamera, die an der Front des Fluggeräts montiert ist. Standardmäßig werden die dort mit 15 fps und einer Auflösung von 640x480 aufgenommenen Bilder an das IPhone oder den Ipod Touch übertragen, so dass neben dem Flug über direkten Blickkontakt zum Gerät auch das Fliegen über das Controller-Display möglich ist. Die Steuerung der Drohne aus dieser Perspektive erinnert bereits stark an das Steuern einer Flugsimulator-App. Dies war dem Hersteller jedoch noch nicht genug - aber dazu weiter unten mehr. Über einen Button kann die Kameraperspektive auch auf die nach unten gerichtete Kamera umgeschaltet werden.
Leistungsdaten
Kommen wir nach den "Soft Facts" der AR.Drone zu den Leistungsdaten der Schwebeplattform.
Angetrieben wird die AR.Drone zeitgemäß über 4 Brushless-Motoren, die bei einer maximalen Drehzahl von 35.000 U/Min. jeweils 15 Watt Leistung bringen. Gespeist werden die Motoren von einem 3s-Lipo mit einer Kapazität von 1000 mAh. Dieser reicht für 12 Minuten Flugspaß und kann mit dem beigelegten Ladegerät in 90 Minuten nachgeladen werden. Im Outdoor-Gewand bringt das Gerät 380g auf die Waage, mit dem kollisionsfreundlichen EPP-Gehäuse für den Indoor-Betrieb 420g. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von ca. 18 km/h ist schon jede Menge Flugspaß zu erwarten.
Fliegen zu langweilig? Modellbau wird Videospiel
Trotz all dieser Gimmicks ist das Fliegen zu langweilig? Hier hat Parrot weitere Features in der Pipeline, die selbst den anspruchsvollsten Anwender zufrieden stellen dürften. Unter dem Schlagwort AR.Games fasst der Hersteller in der Entwicklung befindliche Spiele zusammen, die die Grenze zwischen Modellflug und Videospiel engültig verwischen. Schon die Demo der ersten in Entwicklung befindlichen App "AR.Flying Ace" lässt Großes erwarten. Mehrere AR.Drone-Piloten können sich mit dieser App in einem gemeinsamen WLan-Netzwerk zusammenschließen. Sie steuern jeweils ihre realen AR.Drones, die zur Erkennung durch die Kameras der jeweiligen anderen Drohne mit speziellen Markern versehen sind, können sich jedoch über so genannte "Augmented Reality" (erweiterte Realität)-Funktionen z. B. gegenseitig virtuell abschießen, und sich so im Luftkampf miteinander messen. Neben dieser Möglichkeit, mit den AR.Drones untereinander zu agieren, lassen sich über diese Funktion auch virtuelle Hindernisse etc. einblenden, die beim Fliegen nicht berührt werden dürfen.
Neben den durch den Hersteller selber bereitgestellten Apps in AR.Games verspricht die Bereitstellung eines so genannten AR.Drone-SDKs (Software Development Kit) jedoch das Hinzukommen zahlreicher Apps, die das Fliegen mit der AR.Drone um weitere Augmented Reality-Szenarien erweitern. Über dieses SDK hat jeder interessierte Entwickler die Möglichkeit, Apps nach seinen eigenen Vorstellungen zu entwickeln und diese mit anderen Piloten zu teilen. Bei Einsetzen eines entsprechenden Community-Prozesses sind so eine Vielzahl verschiedenster Apps für die AR.Drone zu erwarten.
An dieser Stelle mehr, falls wir einmal die Gelegenheit bekommen, eine AR.Drone zu testen.
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