Die Hornet X3D von MS-Composit

Einleitung

Nach meinen ersten Versuchen mit einem Piccolo der ersten Generation suchte ich einen hallentauglichen Zweitheli mit kollektiver Blattverstellung, der auch bei etwas Wind draußen noch fliegbar sein sollte. Da ich Helis auch gerne mal etwas flotter fliege, sollte der Neue möglichst agil sein. Positiv viel mir in diesem Zusammenhang die Hornet X3D auf, vor allem nicht zuletzt durch das pitchgesteuerte Heck, von dem ich mir eine bessere Steuerreaktion versprach als mit einem durch einen 2. Motor gesteuerten Heck.

Nach kurzer Recherche in den einschlägigen Foren erstand ich eine Hornet in der gegenüber dem Bausatz nur 10€ teureren teilmontierten Variante.

Folgende Komponenten wurden verwendet:

  • 3x HS-56 HB
  • 1x HS-50 für das Heck
  • AXI 2208/20 Gold mit Tsunami 10
  • GY401
  • 3S1P 860mAh Akku von Lemon RC

Baukasteninhalt & Zusammenbau

Angesichts der geringen Zusatzkosten erwartete ich skeptisch das Paket, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass der Vormontierungsgrad allzu hoch ist. Beim Begutachten des Inhaltes musste ich diese Meinung sehr schnell revidieren, der Rotorkopf sowie das Heck - die kniffeligsten Abschnitte also - waren bereits komplett vormontiert. Zweifelnd die Schieblehre herausgenommen, nachgemessen, sogar die Gestängelängen am Rotorkopf waren auf beiden Seiten exakt gleich! Wer also noch die teilmontierte Variante findet, sollte getrost zugreifen, der geringe Preisunterschied erspart eine Menge Kleinarbeit.

Sehr positiv viel auf, dass ich im Gegensatz zu meinem anderen Heli mit einer einzigen Imbusschlüsselsgröße sowie Spitzzange für Muttern und kleinen Schraubenziehern auskam, um den Heli zusammenzubauen. Des Weiteren wird noch Sekundenkleber zum Aufkleben der Leitwerke benötigt, sowie für ganz Mutige doppelseitiges Klebeband zum Ankleben der Servos (hier später mehr zu).  Angesichts der Tatsache, dass die Rotorblätter mit 26mm Breite selbst für so manche Mikroheli-Pitchwaage zu schmal sind, ist es sehr praktisch, dass eine einfache Papp-Pitchwaage beiliegt, bei der 2 Teile auf jeweils auf die Blatthalter gesteckt werden, so dass auf einer Skala der ungefähre Pitchwert abgelesen werden kann. Ferner liegen Paddel in zwei Versionen bei, einmal die Vollkunststoff-Version zum Anfangen, sowie die ausgefräste Variante für maximale Wendigkeit.

Die Anleitung kommt in zwei Teilen daher, einmal die Bebilderung, sowie der Text, der leider nur auf englisch beilag. Im Internet kann man bei Bedarf jedoch auch die deutsche Übersetzung herunterladen. Nach etwas Einlesen ist ein Zusammenbau mit dieser Anleitung problemlos möglich. Daher reichen für die Endmontage der vormontierten Version 1-2 Abende locker aus. Wer wie ich einen langsam drehenden Außenläufer verwendet, kommt dabei jedoch nicht umhin, das Chassis für das verwendete große Ritzel (25 Zähne) etwas auszufräsen. Ist dies geschehen, kann man auch solch große Ritzel durch einfaches Verschieben des Motors in den dafür vorgesehenen Langlöchern einsetzen.

Das Heck wird über einen Starrantrieb angetrieben, das Zahnflankenspiel des Kegelrades kann nach dem Lösen einer Klemmschraube über die Verschiebung des Heckrohrs leicht eingestellt werden. Das Heckservo ist direkt auf dem Seitenleitwerk montiert, ein Garant für eine extrem spielfreie Ansteuerung des kleinen Rotors. Nachteilig ist jedoch die Auswirkung auf den Schwerpunkt - beim Auswiegen des Schwerpunktes zeigte sich schnell, dass das ursprüngliche HS-56HB dem deutlich kleineren HS-50 weichen musste. Nichts desdotrotz musste ich dank dem nicht gerade leichten GY401 5g Blei vorne auf den Akku kleben, um den korrekten Schwerpunkt einzustellen.

Steht der Heli in seiner kompletten Winzigkeit vor einem, stellt sich die Frage, wie man die Antenne verlegen soll. Herunterbaumeln lassen ist bei diesem Modell ja keine Alternative, so dass ich die Antenne vorne zur Kufe, dann durch das Seitenleitwerk zurück zur anderen Kufe verlegt habe.

erste Flüge

Angesichts der geringen Größe des Helis zitterten mir vor dem Erstflug schon ziemlich die Knie, obwohl ich seit ca. 2 Jahren einen Spirit Pro fliege. Die Sorgen stellten sich jedoch als unbegründet heraus, da die Hornet mit 2800 U/Min. am Kopf erstaunlich stabil stehen bleibt. Man sollte allerdings schon darauf achten, genügend Expo einzustellen, da jegliche Steuerbefehle sehr schnell umgesetzt werden ;). Der Ton, den die Hornet beim Fliegen erzeugt, ist natürlich nicht mit dem satten Geräusch von deutlich größeren Modellen zu vergleichen, wenn man das Modell schnell um sich herumscheucht, wird schnell klar, warum sich der Hersteller für den Namen "Hornet" entschieden hat.

Nach dem 3. oder 4. Flug wagte ich mich an den ersten Looping. Leider gab es im Abschwung ein hässliches Geräusch, gefolgt von einem unkontrollierten Taumeln des Helis. Nach dem anschließenden recht heftigen Aufschlag mit laufendem Rotor bereute ich schon, dass ich mangels bisherigem Heli-Absturz kein Motor-Notaus auf irgendeinem Schalter habe. Jedoch Glück im Unglück, es waren lediglich Hauptzahnrad, die (leider ungehärtete und somit empfindliche) Rotorwelle sowie das Heckritzel hinüber. Was jedoch auffiel, war das lose am Gestänge baumelnde Pitchservo... Seitdem ist für mich klar, die im Bauplan angegebene Klebeverbindung mit doppelseitigem Klebeband ist selbst mit Tesa Powerstraps NICHT zu empfehlen. Da ich die von Duzi verfügbare Servohalterung (siehe unten) auf Grund von abgeknipsten Befestigungslaschen an den TS-Servos nicht mehr verwenden konnte, habe ich mir fürs erste damit geholfen, dass ich nach erneutem Festkleben mit Powerstraps einen Ring aus Sekundenkleber um die Servos gespritzt habe und anschließend Kabelbinder um die Servos gezurrt habe - bisher ohne Probleme.

Hat man sich einmal an die Hornet gewöhnt, kann man sie extrem fix um alle Achsen bewegen, auch ohne Tuning-Maßnahmen. Dabei beträgt z.B. der Durchmesser eines Fahrt-Loopings gerade mal 2-3 Meter. Mit SAB-Blättern (siehe Tuning-Maßnahmen) lässt sie sich dabei trotzdem noch recht präzise fliegen, wobei der Schwerpunkt des Modells sicherlich auf der wahnsinnigen Wendigkeit liegt. Dank der kurzen Heckansteuerung ist das Heck extrem zackig, kombinierte Figuren sind dadurch mit sofortigem Einrasten des Hecks möglich.

Am Schönsten fliegt es sich daher abends bei Windstille, aber auch bei leichtem Wind ist es durchaus noch einsetzbar, macht dann natürlich nicht mehr so viel Spaß. Mit den eingesetzten Akkus lande ich momentan nach fast 6 Minuten - was aber auch von der Konzentration her mehr als genug ist.

Fazit

Die Hornet X3D ist ein schöner Heli für Piloten, die das Fliegen von Helis mit kollektiver Blattverstellung gewöhnt sind und auf engstem Raum rumturnen wollen. Ausdrücklich nicht empfehlenswert ist der Heli für Neueinsteiger, da er auf Grund der extremen Agilität sehr schnell im Acker landen würde. Wer sich für die Hornet interessiert, sollte diese evtl. einmal im Reflex XTR fliegen (Modell erhältlich auf rc-sim.de), bei leicht reduzierten Ausschlägen und mit etwas runtergeregelter Leistung fliegt sich dieses Modell sehr realistisch.

verwendete Komponenten aus heutiger Sicht

Gyro

Zunächst hatte ich als Gyro den von MS-Composite vertriebenen und für den Heli empfohlenen MS-044 eingeplant, da er deutlich günstiger als der GY401 ist. Da ich mit dem Gyro jedoch arge Drift-Probleme hatte (Nach einigen Steuerbefehlen hielt er den Heli grundsätzlich in einer minimalen Drehung, statt in gerade zu halten) habe ich letztendlich doch bewährte Technik aus dem Hause Robbe eingesetzt. Aus heutiger Sicht würde ich den mittlerweile verfügbaren LTG 2100 verwenden, der bei vergleichbarer Leistung deutlich weniger wiegt - im Moment habe ich zum Ausgleich des Schwerpunktes noch 5g Blei am Akku kleben.

Tsunami 10

Da der Regler komplett über ein PC-Interface "feintunbar" ist, habe ich ihn ausgewählt. Was ich nicht wusste, man muss den Regler jedes Mal dazu vom Motor trennen. Aus heutiger Sicht würde ich deshalb einen "vollautomatischen" Regler (z.B. Hacker Master 8B Heli) anschaffen.